
Spanische Forschungen der Görresgesellschaft 2. Reihe · Band 43
Ein Zeitalter voller Narren: Locos und locura im Siglo de Oro
Von Anne Rolfes
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Auf der Straße, in Narrenhäusern oder am Hofe, in medizinischen Abhandlungen, moralischen Schriften, Romanen oder im Theater – überall ist der loco im Siglo de Oro zuhause. Seine Vielfalt fasziniert bis heute und macht ihn zu einem attraktiven Untersuchungsgegenstand. Die literaturwissenschaftliche Forschung zur locura hat sich in den letzten Jahren besonders auf Wahnsinn und Melancholie konzentriert und dadurch notwendigerweise andere Erscheinungsformen des Narren weitgehend ausgeklammert. Die vorliegende Schrift hingegen fragt nach der Gesamtheit des Narrentums und findet einen Weg, wie der loco in all seinen Facetten erfasst und gelesen werden kann, ohne dabei Gefahr zu laufen, außerliterarische Wirklichkeit und textuelle Konstruktion miteinander zu vermengen. Sie richtet ihren Blick auf seine Funktion in literarischen Texten des Goldenen Zeitalters. Eine breite Auswahl an analysierten Beispielen von namhaften und weniger bekannten Autorinnen und Autoren – unter ihnen Calderón, Lope de Vega, María de Zayas und Gracißn – lassen dabei den Narren als Topos erkennen. Er wird zur Strategie, andere Themen und Ideen literarisch auszuformen und wirkungsvoll in einen Bewertungskontext zu setzen. Diese Themen verleihen dem Narren sein jeweiliges Gesicht.
Bibliographische Angaben
- Reihe
- Spanische Forschungen der Görresgesellschaft 2. Reihe, Band 43 (2019)
- Auflage
- 1. Auflage
- Erscheinungsdatum
- 04.04.2019
- Umfang
- VIII und 304 Seiten
- ISBN (kartoniert)
- 978-3-402-14870-9
- Verlag
- Wissenschaft und Forschung






