Cover: Barmherzigkeit oder Gerechtigkeit

Studien der Moraltheologie. Neue Folge · Band 12

Barmherzigkeit oder Gerechtigkeit

Zur ethischen Einordnung einiger Fragen der Sexual- und Beziehungsmoral sowie der politischen Ethik

Von Werner Wolbert

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Umfang149 Seiten
Erschienen2020
Formatkartoniert

Bezüglich Lehre und Praxis der Kirche empfindet man vielfach einen Mangel an Barmherzigkeit, vor allem da, wo ein Handeln gemäß der traditionellen Lehre für die Betroffenen eine erhebliche Belastung bedeutet. Im Brennpunkt stehen dabei besonders wiederverheiratete und homosexuelle Menschen, denen sexuelle Enthaltsamkeit zugemutet wird. Da es für solche Zumutung aber starke Argumente geben müsste, sind die vor allem mit Rekurs auf die Bibel vorgebrachten Gründe zu überprüfen. Falls diese aber der Überprüfung nicht standhalten, geht es nicht um Barmherzigkeit, sondern um Gerechtigkeit für die Betroffenen. In anderem Kontext kann der Ruf nach Barmherzigkeit der Bagatellisierung von Unrecht und Schuld dienen. Im Fall der kalabrischen Mafiosi hat Papst Franziskus diese für exkommuniziert erklärt, gegen Plädoyers für Barmherzigkeit von anderer Seite. Dabei umfasst die Rede von der Barmherzigkeit durchaus unterschiedliche Handlungsweisen, die jeweils einer gesonderten ethischen Beurteilung bedürfen. Auch das neuerdings vielfach bemühte Gesetz der Gradualität versucht, ethischen Rigorismus abzumildern und so auf diese Weise eine Art Barmherzigkeit zu ermöglichen, ohne eine „Gradualität des Gesetzes“ zu proklamieren. Sollte dieser Versuch freilich misslingen, ginge es auch hier eher um Gerechtigkeit.

Bibliographische Angaben

Auflage
1. Auflage
Erscheinungsdatum
11.03.2020
Umfang
149 Seiten
ISBN (kartoniert)
978-3-402-11945-7
Verlag
Wissenschaft und Forschung

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