
Studia Oecumenica Friburgensia · Band 75
Hieronymus von Prag
und die Grundlagen der Hussitischen Bewegung. Eine Biographie
Von Thomas A. Fudge Hrsg. von Barbara Hallensleben Übers. von Hans-Joachim Behr
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Lange stand Hieronymus von Prag im Schatten des Jan Hus. Ein Jahr nach Hus wurde er 1416 auf dem Konzil von Konstanz als Ketzer verbrannt. Während Hus als Priester, Prediger und Kirchenreformer vor allem in Böhmen wirkte, bereiste Hieronymus als Laie und scharfsinniger Philosoph ganz Europa, um nicht nur die Kirche, sondern den menschlichen Geist zu reformieren. Damit erschien er als Bedrohung der kirchlichen Autorität – durch sein aufsässiges Verhalten, aber auch durch seine metaphysischen Positionen. Er bekämpfte den Nominalismus und proklamierte den unmittelbaren Zugang der menschlichen Vernunft zu den göttlichen Urbildern. So wurde er zu einem "Bilderstürmer" gegen irdische Repräsentationen. Außerhalb der tschechischen Forschung blieb Hieronymus weitgehend unbekannt. Thomas Fudge legt erstmals eine englische, hier ins Deutsche übersetzte wissenschaftliche Biographie vor. Auf der Grundlage der lateinischen und tschechischen Quellen und der Forschungsliteratur rekonstruiert er das bewegte Leben des Hieronymus bis zu seinem Prozess und seinem tragischen Ende. So gibt er Zugang zu dieser faszinierenden Persönlichkeit, die mit der spätmittelalterlichen Geistesgeschichte eng verbunden ist. Der italienische Humanist Poggio Bracciolini, der ein Zeugnis über die letzten Stunden des Hieronymus hinterließ, sagte voraus: "An diesen Mann wird man sich erinnern!"
Bibliographische Angaben
- Reihe
- Studia Oecumenica Friburgensia, Band 75
- Auflage
- 1. Auflage
- Erscheinungsdatum
- 10.02.2020
- Umfang
- 348 Seiten
- ISBN
- 978-3-402-12011-8
- Format
- gebunden
- Verlag
- Wissenschaft und Forschung















